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Handwerk und Nachhaltigkeit

Handwerk ist grundsätzlich Nachhaltig! Wie kommt es dazu? Wann kann das Handwerk nachhaltig sein und zum Schutz der Umwelt beitragen und was braucht es eigentlich dazu? Ein Plädoyer für das Handwerk!

Nachhaltigkeit ist ein vielstrapaziertes Wort. Nicht immer steht dahinter was groß angekündigt wird. Der Begriff Nachhaltigkeit steht in den Marketingabteilungen hoch im Kurs. Davon bin ich kein großer Freund. Ich blicke gerne dahinter und möchte, dass hinsichtlich Nachhaltigkeit echt etwas geschieht. Es ist wichtig für unsere Lebensgrundlage, der Natur. Was es für mich heißt nachhaltig zu Leben, kannst du in einem früheren Beitrag „Nachhaltig natürlich LEBEN“ nachlesen.
Nicht weniger strapaziert ist das Handwerk. Gern gesehen auf Weihnachtsmärkten oder als Titelgeber für Veranstaltungen. Sieht man jedoch genauer hin, ist das Handwerk dabei oft nur noch Schauspiel. Es ist sehr interessant einem Besenbinder oder Schmied über die Schulter zu schauen. Freude überkommt uns, dabei zu sein, wenn nach und nach das Werkstück entsteht. So unterschiedlich und vielfältig es auch sein mag, handwerklich gemacht eben. Mit den Händen geformt. Individuell abgestimmt.

Eine verzagte Sarah Wiener fragte kürzlich auf ihrer Facebook Seite: „Liebe Jugend, wieso wollt ihr kein Handwerk mehr lernen?“ Überdurschnittlich viele Kommentare folgten. Der geringe Verdienst und die geringe Wertschätzung wurden sehr häufig als Grund angeführt. Das Thema ist präsent. Die Lösung?


Warum ist das Handwerk nachhaltig?

• klein strukturiert

Handwerkliche Arbeit passiert in Kleinbetrieben, ist dezentral angesiedelt. Sie ermöglicht Arbeitnehmern, vor allem am Land, ohne großer Arbeitswege ihrer Tätigkeit nachzugehen. Durch kurze Wegzeiten ist es möglich täglich viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Ein Leben auf dem Land mit hoher Lebensqualität ist realisierbar. Die dezentrale Anordnung verteilt die Emissionen und macht sie gut verträglich. Ein einzelner Betrieb auf weiter Flur ist keine große Störung für Mensch und Umwelt. Der Lärm von einem kleinen Betrieb in idyllischer Lage ist viel weniger störend als ein großer Industriebetrieb. Kurze Wege werden auch durch umliegende Lieferanten genützt. So ist ein Sägewerk der Holzlieferant für den Tischler im Nachbarort. Ohne großer Transportwege findet die Wertschöpfung in der näheren Umgebung statt. Kommunen profitieren von den Abgaben und können Infrastruktur wie Schulen in nächster Umgebung bereitstellen.

 

• nachhaltiges Wirtschaften

Handwerksbetriebe sind für das nachhaltige Arbeiten geschaffen. Sorgfältiger und sparsamer Umgang mit dem oft wertvollen Rohmaterial ist ein Grundprinzip. Fehlproduktion und Überproduktion gibt es so gut wie nicht. Abfälle werden erst gar nicht produziert und sind spärlich vorhanden. Die soziale und regionale Verantwortung wird in der Regel sehr gut wahrgenommen.

 

• Qualität

Handwerklich hergestellte Produkte sind viel langlebiger, einfach von viel besserer Qualität. Mir fällt auch nach längerer Überlegung, kein einziges Handwerksprodukt von minderer Qualität ein. Neben umweltfreundlicher Herstellung und Nutzung ist selbstverständlich die lange Nutzungsdauer sehr wesentlich. Und hier fallen mir unzählige Beispiele mit doppelter oder dreifacher Nutzungsdauer ein. Auf Grund der sehr guten Qualität der Produkte aus handwerklicher Produktion lohnt sich auch die Instandsetzung, Reparatur oder Sanierung. Müllvermeidung spielt in der gesamten Lebensdauer eines Handwerksproduktes jedenfalls eine große Rolle. Sehr gute Ausgangsprodukte können mit leichten Veränderung neuen Ideen und Wünschen angepasst werden. Altbauten werden saniert. Moderne Gebäude sind häufig ein Totalschaden. Hochwertige Lederschuhe werden neu besohlt. Minderwertige Schuhe landen auf dem Müll.

 

Der Preis wird vergessen, die Qualität bleibt.

 

• flexibel

Kleine, regionale Handwerksbetriebe sind unabhängig und flexibel genug um die Umsetzung nachhaltige Lebensweisen voran zu treiben. Ökologische Bauweisen werden umgesetzt. Es wird an Lösungen umweltfreundlicher Mobilität getüftelt. Funktionen neu gedacht und realisiert.

 

• individuell und kreativ

Jedes Stück ein Unikat. Angepasst an die Wünsche und Bedürfnisse des Käufers. So werden Kleidungstücke genau nach den Körpermaßen hergestellt. Möbel können auf die Körpergröße angepasst werden. Die Einschränkung hinsichtlich der Auswahl aus 10 Farben muss nicht sein. Ein Handwerker kann jede Farbe herstellen. Jedes Detail kann in Absprache angepasst werden. Am Ende entsteht mein Tisch, mein Buch oder mein persönliches Schmuckstück.

 

Wann kann das Handwerk zur Nachhaltigkeit beitragen?

Handwerk kann nur nachhaltig sein, wenn das Handwerk lebendig ist und vorhanden ist. Dies setzt entsprechende Kunden voraus. Kunden wie dich, die sich für handwerkliche Erzeugnisse interessieren und bereit sind mit dem Meister seines Faches ein Werkstück gemeinsam zu erarbeiten. Die nötige Zeit, die es braucht um ein handwerkliches Werkstück zu vollbringen, zu warten. Und letztendlich den nominalen Wert zu bezahlen. Denn was es einem am Ende Wert ist, bestimmt jeder einzelne selbst. Und das hängt weniger mit dem Geldwert zusammen.

 

Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und nicht den Wert Oscar Wilde

 

Die Lösung!

Die Lösung ist einfach. Jeder einzelne kann sich für ein handwerkliches Produkt entscheiden. Dann entscheide dich für Umweltschutz, hohe Lebensqualität, mehr Individualität und hohe Qualität. Bewusst für die Erhaltung der kleinen Strukturen, der Weitergabe von Wissen und die Erhaltung von Kulturgut.

Oder es ist dir egal, dann entscheide dich für immer weniger werdende Arbeitsplätze vor Ort, Umweltverschmutzung, Ausbeutung, Müllerzeugung, schlechte Qualität, Gewinnmaximierung.

 

Kultur – Individualität – Handwerk – Umweltschutz – Lebensqualität gehören untrennbar zusammen.

 

Jeder einzelne entscheidet wie die Zukunft diesbezüglich aussehen mag.

alles liebe angelique


Bei welchen Handwerksbetrieben ich hinter die Kulissen schauen darf kannst du demnächst hier auf dem Blog nachlesen.
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8 Comments

  • Tina

    Sehr schöner Beitrag und ein interessantes Thema. Vor allem ist das auch mal was ganz anderes – ein Beitrag der die Nachhaltigkeit mit Handwerk verbindet. Da hab ich noch nicht so viel darüber gelesen!

    • angelique

      Vielen Dank. Du hast recht. Es muss weiter gehen und plastikfrei leben heißt auch keine Kunststofffenster und kein Kunststoff in der Wandfarbe oder im Putz. liebe grüße angelique

  • Bettina

    ein schöner Beitrag, der auch ein klein wenig aufrüttelt … Die gute alte Handwerkskunst bewundere ich jeden Tag, an unseren Häusern die schon einige Jahrhunderte stehen. Hut ab! Man sollte Handwerk eigentlich noch viel mehr wertschätzen… Liebe Grüße Bettina

    • angelique

      Liebe Bettina, gerade bei den alten Gebäuden kann man wunderbar erkennen, wie aufwändig bis ins kleinste Detail gearbeitet wurde. lg angelique

  • EARLYHAVER

    Toller Artikel und noch besserer Vorsatz, nur stehen die Faktoren Qualität und Langlebigkeit im völligen Kontrast zu unserer Wirtschaftsform in der alles möglich billig produziert, preiswert verkauft und schnellstens wieder neu gekauft werden muss. Deswegen verschwinden auch immer mehr Kleinunternehmer aus den Straßen und große weltumspannende Einkaufsketten und Fressbuden entstehen. Parallel steigen Mieten und Nebenkosten, an den Arbeitnehmern wird immer nehr gespart, die Mittelschicht schrumpft und die Schere geht immer weiter auseinander. Ein gutes Plädoyer, was ich gern befürworte und dafür werbe, aber es wird wohl nur noch Vereinzelte geben in der Zukunft, die dann für die Besserverdienenden arbeiten.

    • angelique

      Herzlichen Dank für dein Kommentar. Dem einen Teil der Schere wird diese Wirtschaftsform verlockend vorgeführt wovon überwiegend der andere Teil der Schere profitiert. liebe grüße angelique

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