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Badplanung: 9 Tipps für dein Badezimmer

Die Badplanung habe ich als eher kompliziert gesehen. Vielleicht wegen dem Überangebot an Möglichkeiten. Auch die Tatsache, dass alle Dinge schon sehr bald in der Bau- oder Sanierungsphase entschieden sein müssen, gestaltete die Planung des Bades nicht einfacher. Im Badezimmer sind nachträgliche Änderung, ohne gleich wieder eine neue Baustelle zu beginnen, schwierig bis nicht durchführbar. In anderen Räumen eines Hauses wird ein Möbel umgestellt oder die Wand neu gestrichen und schon gibt es einen neuen Einrichtungsstil. Veränderungen im Nachhinein sind in den übrigen Räumen sehr viel leichter machbar als im Badezimmer. Was liegt das pickt, so beschreibt es ein Sprichwort. Daher meine Planungstipps für das Zimmer im Haus mit dem wahrscheinlich teuersten Quadratmeterpreis bei der Errichtung und Sanierung.

 

Antworten auf diese 9 Fragen erwarten dich nach folgend:
  1. Wieviel Zeit benötigt die Badplanung?
  2. Wie bleiben die Kosten überschaubar?
  3. Welche Oberflächen eigenen sich für das Bad?
  4. Welche Materialien sind für das Badezimmer geeignet?
  5. Was muss bei den Fliesen beachtet werden?
  6. Wie wird das Bad ein Ort zum Wohlfühlen?
  7. Was muss bei der Beleuchtung berücksichtigt werden?
  8. Wo sollte das Bad im Haus angeordnet sein?
  9. Was ist bei der Einrichtung zu beachten?

 

1. Ausreichend Zeit für die Badplanung nehmen

Mein erster Tipp ist wirklich ein sehr wichtiger Punkt. Es gilt viele Entscheidungen zu treffen und dafür solltest du ausreichend und ein bisschen mehr Zeit einplanen. Die Errichtung eines Badezimmers kostet hinsichtlich der verbauten m² meist sehr viel Geld, daher sollte die Einrichtung wohl überlegt sein. Durch die durchschnittliche Nutzungsdauer von fast 20 Jahren bleibt das Badezimmer für eine lange Zeit gleich. Trends und aktuelle Vorlieben lieber noch einmal überdenken und nur dann umsetzen, wenn du dir auch vorstellen kannst in 10 Jahren noch gut damit leben zu können. Für wie viele Personen sollte das Bad ausgelegt werden und wie verändern sich diese Personen. An die Nutzung mit fortschreitendem Alter oder mit Krankheit denken.

Mein Tipp: bestehende Bäder ganz bewusst anschauen und auch mit den Nutzern ehrlich über die Vor- und Nachteile sprechen. Badausstellungen und das Stöbern im Internet sind ebenfalls sehr hilfreich. Jedoch bin ich mir nicht immer sicher, ob die schön gestalteten Bilder auch in der Praxis gut abschneiden. Sei kritisch, es ist dein Geld, dein Zeitaufwand für die Erhaltung und es ist deine Engergieverschwendung für die eventuell aufkommende Unzufriedenheit.

 

2.Kosten

Jedes verbaute Detail kostet Geld. Wirklich überlegen was notwendig ist und wo das Geld gut investiert ist. Wie schon erwähnt, bei den fix verbauten Teilen würde ich auf Qualität achten. Dinge die nicht oft genutzt werden oder eigentlich nicht notwendig sind kann man weglassen, auch wenn man das Gefühl hat es wird momentan in fast jedes Bad eingebaut. Es geht um die eigenen Vorstellungen und um das eigene Geld und nicht was momentan angeblich fast jeder macht. Massenphänomene in der Architektur sind nichts Neues, darum hinterfrage kritisch den Mainstream und passe die Möglichkeiten auf deine persönlichen Bedürfnisse an.

 

3.Oberflächen

Wandoberflächen und Möbeloberflächen sollten natürlich und diffusionsoffen gewählt werden. Dies bedeutet diese Flächen können genützt werden, in dem sie z.B. beim Duschen, erhöhtes Feuchtigkeitsvolumen aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder an die Raumluft abgeben. Fliesen sind nicht offen für die Aufnahme von Wasserdampf, daher nur im Spritzwasserbereich anbringen. Möbel aus Holz eignen sich ebenfalls sehr gut. Holz hat ein hygroskopisches Verhalten und kann Feuchtigkeit sehr gut aufnehmen und abgeben. Allerdings nur mit diffusionsoffener Oberfläche. Das ist eine geölte oder gewachste Oberfläche oder eine mit Leinölfarben gestrichene Oberfläche. Lackierte Oberflächen oder kunststoffbeschichtete Oberflächen sind dafür nicht geeignet.

Für die verbliebene Wandfläche schlage ich Kalkfarbe, Silikatfarbe oder Keimfarbe oder Lehmfarbe vor. Alle Anstriche sind diffusionsoffen und haben noch weitere sehr gute Eigenschaften. Alle genannten Farben sind feuchtigkeitsregulierend, baubiologisch erstklassig und unschädlich für alle Lebewesen. Diese Eigenschaften werden durch eine Wandheizung noch unterstützt. Und Strahlungswärme ist die angenehmste Wärme schlechthin.

 

4. verwendete Materialien

Für alle eingebauten Bauteile sollte wirklich auf Qualität geachtet werden. Fliesen sind nicht so schnell getauscht als ein Vorhang oder Möbelstück. Getrau mich gar nicht an fehlerhafte Teile unter Putz zu denken. Teile können kaputt gehen und müssen ausgetauscht werden. Ein Teilekauf von Markenprodukten ist eher möglich als von No-Name-Produkten. Sanitärkeramik für Waschtisch und WC bietet eine makellose Oberfläche, hygienisch und leicht zu Reinigen. Ist widerstandsfähig gegen scharfe Reiniger und die strahlende Optik ist langanhaltend. Stahl oder Email für Duschtasse oder Badewanne sind beim Einbau und in der Nutzung unproblematischer und meist auch günstiger. Glas für die Duschtrennwand ist viel leichter zu reinigen als ein Duschvorhang oder Kunststoffwände. Die Glaswand sollte ohne Rahmen und Beschläge sein, die gelten als Schwachstellen bzw. sind schwer bis gar nicht sauber zu bekommen. Schlussendlich sind diese Teile unansehnlich und unhygienisch.

 

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Fliesen im Fischgrät-Muster

 

5.Fliesen

Die richtigen Fliesen machen das Bad aus, hier zu sparen ist nicht zu empfehlen. Bei Verlegung größerer Formate entstehen weniger Fugen. Dies erleichtert die Reinigung und Pflege. Das Bad wirkt dadurch auch größer. Nicht zu viele verschiedene Fliesen mischen. Eine Serie auswählen und diese im gesamten Haus verlegen – bringt eine gewisse Einheit und Ruhe in die Gestaltung.

 

6.Bad als Ort zum Wohlfühlen

Aus diesem Grund würde ich, wenn möglich das WC vom Bad trennen. Eine Geruchsbelästigung wird vermieden und Nutzungsengpässe ebenfalls verringert. Ab 3 Personen ist es jedenfalls empfehlenswert Bad und WC zu trennen oder ein zusätzliches WC im Haus zu haben. Tageslicht und eine klare Raumstruktur lassen das Auge zur Ruhe kommen. Sanitäreinrichtungen sollten die gleiche Farbe haben und optisch zusammenpassen. Ein modernes WC zu einem stilvollen Waschtisch ist nicht passend. Die Armaturen sollten aus einer Serie ebenfalls zusammenpassend gewählt werden. Badmöbel bieten Stauraum, damit kann Unordnung vermieden werden. Nur einzelne Gestaltungshighlights verwenden damit es in dem meist kleinen Badezimmer nicht zu überladen wird.

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Badplanung Tipps

 

7. Beleuchtung

Licht ist im Badezimmer sehr wichtig. Die Nutzung erfolgt überwiegend dann, wenn es dunkel ist. Künstliche Beleuchtung ist fast immer notwendig. Sollte Tageslicht im Bad vorhanden sein, kann dies voll ausgenutzt werden. Leuchten am Waschplatz sollten eine gleichmäßige und schattenfreie Ausleuchtung des Gesichtes ermöglichen. Dafür eignen sich vertikale Led-Leisten sehr gut. Die Eigenschaften der Led-Leuchten sollten wie Tageslichtlampen mit einer Farbtemperatur von 5300-5600 Kelvin sein. Hier handelt es sich um Leuchten, welche der spektralen Zusammensetzung dem natürlichem Licht ab nächsten sind, so genannte Vollspektrumlampen. Die Farbtreue auch CRI – Index sollte dabei in der Nähe von 100 sein. (Glühlampen haben einen Wert von 100, Led 65-97). Ein hoher Wert sagt aus, dass die Farben sehr naturgetreu wiedergegeben werden und wenig verfälscht werden. Sollte die Beleuchtungsstärke bei > 2000 Lux sein würde sich das Bad für die Behandlung von Winterdepression eignen, aber dies sei nur am Rande erwähnt und wahrscheinlich schwer umsetzbar.

 

8.Anordnung im Haus

Bad und WC sollten im Haus so angeordnet, dass Installationswände übereinander liegen oder auch an der Rückseite der Küche. Dabei werden die Installationsleitungen kurz gehalten und der Aufwand bei der Verlegung und Instandhaltung ist geringer. Geräusche durch Leitungen werden auch reduziert. Das Bad sollte vom Flur aus zugänglich sein und vorzugsweise in nächster Nähe zum Schlafzimmer liegen. Badezimmer mit Tageslicht ist natürlich ideal. Wenn nur einen Innenlage im Haus möglich ist, unbedingt an eine geeignete, geräuscharme Lüftung denken.

 

9.Einrichtung

Die Anordnung der verschiedenen Objekte sollte wohl überlegt sein. Eventuelle Verkehrsflächen vor WC, Waschtisch, Dusche und Badewanne berücksichtigt werden. Bleibt in der Raummitte ausreichend Platz so erscheint das Bad großzügiger. Auch mit Farbe lässt sich der Effekt einer optischen Vergrößerung verstärken. Kräftige Farben verkleinern optisch, helle Farben vergrößern. Ein Spiegel über die gesamte Breite vergrößert das Bad noch einmal optisch. Ein Spiegel mit integrierter Beleuchtung und eventuell Stauraum für die kleinen Dinge im Bad, von denen Frau manches benötigt, eignet sich besonders gut. Als kleiner Tipp am Rande: Das Spiegelglas sollte leicht tauschbar sein, weil es im Laufe der Zeit an Qualität verlieren kann.

 

Plane gründlich und genieße die Zeit in deinem persönlichen Traumbad.
Herzlichen Dank für deine Zeit hier. Vielleicht interesieren dich auch noch die Vorher|Nachherbilder von meinem Traumbad in der Bergvilla Helika.

alles liebe angelique

 


Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade von Hausbau Blog zum Thema „Deine Hausbau-Erfahrungen, Tipps & Highlights? Hausbau Blogparade 2019“  Unzählige Tipps und Erfahrungen von Andy und seinem Hausbau könnte ihr auf seinem Hausbau Blog nachlesen.


 

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