laerche_schnittholz
BAUEN-SANIEREN,  NATÜRLICH

Wofür verwendest du am besten Lärchenholz?

Meine Lieblingsholzart Lärche (lat. Larix) stelle ich euch vor. Wahrscheinlich leitet sich die Vorliebe für Lärche dem gemeinsamen Lebensraum ab. Ich halte mich dann und wann im Gebirge sehr gerne auf und die Lärche hat die besten Wuchsbedingungen auch im Gebirge ab 1400 m. Genauer spreche ich über die Europäische Lärche (lat. Larix decidua). Heimische Holzarten bevorzuge ich grundsätzlich. Holzarten aus der näheren Umgebung besitzen ebenfalls hervorragende Eigenschaften, weisen kurze Transportwege auf und entstammen nachhaltiger Forstwirtschaft. Nebeneffekt bei heimischem Holzbezug ist die Stärkung der umliegenden Grundbesitzer und Sägewerke.

Leicht erkennbar ist die Lärche im Wald, als einziger Nadelbaum, der im Herbst die Nadeln gelblich umfärbt und darauffolgend die Nadeln abwirft.

laerchenwald
Lärchenwald
Holzfarbe

Die Holzfarbe ist rötlichgelb bis rötlichbraun. Das Splintholz (junges, wasserführendes Holz) ist gelblich. Frisch bearbeitetes (schneiden, schleifen, bürsten) Holz  dunkelt nach. Speziell im Außenbereich vergraut Lärchenholz – dies ist eine Veränderung der oberflächlichen Holzstruktur verursacht vor allem durch die Sonneneinstrahlung und Regen.

Bearbeitung und Oberfläche

Lärchenholz lässt sich gut bearbeiten. Die Oberflächenbehandlung für verschiedene Farben und als zusätzlicher oberflächlicher Schutz im Außenbereich sowie Schutz vor Verschmutzungen im Innenbereich ist mit natürlichen Anstrichmitteln (Bienenwachs, Leinöl und Leinölfarben) unbegrenzt möglich. Harzaustritt kann nachträglich vor allem bei z.B. weiß gestrichenen Bauteilen sichtbar werden.

laerchen_fassade
Lärchen Fassade sägerauh gebürstet neu
Verwendung von Lärchenholz und warum ich es empfehle:
Innenausbau

Innenausbau (Möbel, Küchen, Zimmertüren): wegen dem dekorativen Aussehen ist Lärchenholz mit schlichten Jahresringen und astfrei sehr gut beim modernen Innenausbau einzusetzen. Oder mit natürlicher Struktur und überwiegend gesunden Ästen für Möbel mit ländlichen – rustikalen Charakter. Möbel aus Holz fühlen sich warm an – Holz  und wirklich echtes Holz mit natürlicher Oberfläche im Innenraum empfinde ich als gemütlich und einladend. Nebeneffekt ist die einfache Auffrischung der Oberfläche.

laerchen_badmoebel_tueren
Badunterschrank Lärche gelaugt geölt – Zimmertüre Lärche gelaugt geölt
Fußboden

Fußboden: Für Lärchenholz als Fußboden sind vorrangig die natürlich gewachsene Optik und die Härte von Bedeutung. Obwohl Lärchenholz als härtestes Nadelholz zum Weichholz zählt weist es eine Härte 12-20 N/mm² nach Brinell auf. Im Gegensatz zu Eichenholz 25-30 N/mm² ist Lärche eher als weich einzustufen. Als Fußboden für nicht öffentliche Bereiche sehr gut geeignet. Auf die Fußbodenpflege und geeignete Luftfeuchtigkeit besonders achten, weil Lärchenholz zu Splitterbildung neigt. Ist in der Praxis kein Problem, alles bedarf einer Pflege und die relativer Luftfeuchtigkeit von ca. 40-60% empfinden wir Menschen auch als angenehm.

Konstruktionsholz im bewitterten Außenbereich

Konstruktionsholz im bewitterten Außenbereich wie Fenster, Haustüren, Zäune, Balkongeländer, Brücken, Terrassenböden, Hochbeete, Kompostbehälter, Holzschindel, Fassaden, Bauholz für Häuser: Lärchenholz ist sehr harzig und deshalb eine der dauerhaftesten heimischen Holzarten (neben Eichenholz) und daher sehr gut witterungsbeständig. Schäden am Holz entstehen vor allem durch Bewitterung (Sonne, Wind, Regen), Pilz- und Insektenbefall.

Verwende im bewitterten Außenbereich nur nahezu splintfreies Lärchenholz. Splintholz enthält vermehrt Stärke und wird daher im Außenbereich schnell von holzzerstörenden Organismen befallen. Beim Holzeinkauf von gehobelten Pfosten (Hobelware) auf Splintfreiheit achten. Bei der Verarbeitung von Schnittholz  den Splint (seitlicher deutlich erkennbarer weiß-gelblicher Streifen) absägen.

Am besten für Bautischlerarbeiten (Kastenfenster und Haustüren) nur feinjähriges, astfreies, am besten luftgetrocknetes und abgelagertes Lärchenholz verwenden.

angelique_laerche_kompost
Kompostbehälter aus Lärchenpfosten
Anwendung im Garten

Für konstruktive Anwendung im Garten wie Hochbeete, Beeteinfassungen oder Kompostbehälter empfehle ich eine Dicke von mindesten 30 bis 50 mm zu verwenden. Die Haltbarkeit verlängert sich und die Formstabilität ist besser. Dünnere Bretter biegen sich leicht durch.

Bei der Verwendung von Lärchenholz für Terrassenböden ist die Eigenschaft der Splitterbildung zu beachten. Als Holzfan erinnere ich mich gern bei diesem Thema an den Bootssteg an einem See –  der ist höchstwahrscheinlich aus Lärchenholz und nicht besonders gepflegt und trotzdem gehe ich barfuß zur Wasserkante mit dem Risiko für eine spontane „Splitteroperation“

laerchen_zaun
Lärchen Gartenzaun 26 Jahre alt
Holzfassaden aus Lärchenholz

Für Fassaden nur Lärchenholzbretter mit gesund verwachsenen Ästen verwenden (schwarze Äste = Durchfalläste = Loch in der Fassade). Empfehlen kann ich eine Brettdicke von ca. 30mm und unterschiedliche Brettbreiten für eine natürliche gefällige Optik. Durch unterschiedliche Brettbreiten kann die Schnittholzmenge optimal genutzt werden – der Abfall /Verschnitt wird minimiert.

Laerchen Fassade
Lärchen Fassade sägerauh gebürstet Nordseite (5 Jahre alt)
Weiter Verwendung neben Holznutzung sind:

Lärchenrinde wird zum Färben und Gerben verwenden. Die antibakterielle und zusammenziehende Wirkung von Lärchenpech wird in Form von Salben für z.B. Wundheilung verwendet.

 

laerche_schnittholz
Lärche Schnittholz

Verwendung von Lärchenholz

◊  im Innenbereich wo die Lärche gefällt (Fußboden, Möbel, Küchen, Zimmertüren)

◊  im Aussenbereich durch sehr gute Dauerhaftigkeit für bewitterte Bauteile (Gartenmöbel, alle Konstruktionen im Garten, Terrassen, Fassaden, Kastenfenster, Haustüren, Holzschindel,…)


Achte Holz bei jeder Verwendung (selbst bei Brennholz) und denke an das forstliche Nutzungsalter von Lärchenholz von ca. 120 Jahre. Das bedeutet der Baum im Wald ist z.B. 120 Jahren den Umweltbedingungen mit Hitze, Sturm, Fluten, Gewitter,… ausgesetzt um dann von uns Holzfans verarbeitet zu werden.

Schreib mir über deine Werkstücke aus Lärchenholz.

alles liebe angelique

5 Comments

  • Gernot

    Hallo Angelique,
    sehr interessant Deine Webseite.
    Ich bin Hobbyschreiner und würde gerne einen Beistelltisch aus Lärche für den Wohungsinnenbereich bauen. Würdest du sagen, dass man Splintholz der Lärche generell nicht verwenden soll ? Ich habe eine Lärchenbohle, da schaut der Splint gut aus und für das Maserbild des Tisches würde ich gerne das Splinztholz verwenden. Hast du Erfahrungen damit ?
    Vielen Dank für eine Antwort
    Viele Grüße
    Gernot

    • angelique

      Hallo Gernot,
      vielen Dank für deine Rückmeldung. Freue ich mich sehr. Fachlich konventionell betrachtet würde ich persönlich den Splint von Lärchenholz nicht verwenden. Wenn dir die Optik gefällt und das sogar Teil deiner Gestaltung ist spricht aber nichts gegen die Verwendung bei einem Möbelstück für den Innenbereich.
      Gutes Gelingen!
      liebe grüße angelique

  • Gernot

    Vielen Dank für den Tipp, ich werde es mit dem Splint versuchen.
    Welches Finish würdest du empfehlen, wenn die rötlich/rosa Maserung von der Farbe möglichst so erhalten bleiben soll. Ggf. ein hell-pigmentiertes Öl ?
    Dank dir für eine Antwort. Beste Grüße !

    • angelique

      Natürliche Oberflächen, wie Leinöl, Bienenwachs würde ich jedenfalls bevorzugen. Die Farbe von Holz verändert sich im Laufe der Zeit. Lärchenholz wird dunkler. Mit Leinöl wird es gelblicher oder „angefeuert“. Um dies etwas hintan zu stellen würde ich Leinöl mit Weißpigmenten verwenden. Da gilt es ein wenig zu experimentieren und auch ruhig dein Probeholz längere Zeit im vorhinein schon anfertigen. Zu besseren Erkennung des Unterschieds klebe eine Stelle ab.
      liebe grüße angelika

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.